Antoni Gaudi – Barcelona

21 Jan

Park Güell

Ich dachte nicht, dass das noch passieren könnte. Ich dachte nicht, dass auf dieser Welt noch Architektur steht, die mich begeistert. Wir leben ja hier auf einem Phantasiakontinent, die ganze Welt beneidet uns um unsere schönen Städte und wer ein bisschen in Europa unterwegs war, der hat schnell ein Level erreicht bei dem zumindest ich gedacht habe: was soll denn da jetzt noch kommen? Was?

Dann bin ich durch Barcelona spaziert. Und Antoni Gaudi, this fuck’n genius, hat mich nicht nur einfach begeistert, er hat mich in meinen Grundfesten erschüttert.

Wer einmal vor seiner Kunst in die Knie geht, wird sich nie mehr für moderne Architektur aufrichten, diesen langweiligen Zwittern aus wahlweise kommunistischer oder nationalsozialistischer Betonwucht, Techno-Glas und gääääääääähnendem Weiß, die alle gleich aussehen und deren Raffinessen, wenn man sie ausdrucken würde, auf einen Briefkopf passen.

Gaudi spielt mit allem, was diese modernen Verbrecher nicht brauchen (Farbe, Formen) – oder sagen wir: verachten. Leider war es an ihnen, die Städte zu verändern – Gaudis Handschrift hat Barcelona nicht nennenswert verlassen. Sie ist so unverwechselbar, so revolutionär, dass sie niemand kopieren kann.

Sagrada Familia

Wie etwa die Kathedrale Sagrada Familia (1882 begonnen, 2010 geweiht), seine Beethovens Neunte. Von Außen ist sie eine Suppe aus Baustilen (auch modernen), sie hat sogar Früchte auf den Spitzen. Innen ist sie eine andere Welt, sie hat mich erschlagen mit organischen Formen. Ich wollte da nicht mehr raus. Auch wundervoll: Sein Park (Park Güell), der eine charmante Rolle in Woody Allens Liebeserklärung an diese Stadt (Vicky Christina Barcelona) hat. Was für Picasso die Leinwand war, war für Gaudi – diese Stadt. Ich kenne keine andere, die einem Architekten so viel Grund verantwortet hat. Gaudi hat Barcelonas Gesicht gemeißelt.

Außerdem hat er diese Fotos inspiriert. Inspiriert hat mich auch die Doppelbelichtung meiner Dacora Digna. Diese Fotos hier sind allerdings alle digital. Leider sind es nicht viele, weil ich this fuck’n genius nicht durch das Objektiv, sondern mit meinen Augen sehen wollte. Aber der Stil wird mich noch eine Weile beschäftigen. (Ihr könnt / solltet die Fotos vergrößern, indem ihr draufklickt)

PS: Es gibt auch weltliche Gründe, nach Barcelona zu fahren. Da scheint quasi immer die Sonne, es gibt Strand und spanische Gitarrenmusik (Kotz). Fahrt jedenfalls hin, es ist eine wunderbare, bunte, abwechslungsreiche Stadt. Für mich bislang die schönste.

Park Güell

Olympic Park

Olympic Park

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