Jan Spielhagen – Beef!

9 Sep

Jan

Spielhagen trägt Sakko, Jeans und ein Pflaster. Den linken Daumen hat er sich beim Hacken frischer Minze aufgeschnitten. Passiert, sagt er. Was ist schon roher Schmerz für ein großartiges Essen?

Spielhagen ist Gründer und Chef des Beef-Magazins und Spielhagen wäre das nicht, wenn er Kochen nicht lieben würde. Liebe ist keine Übertreibung: Spielhagen schwärmt vom Essen wie andere von ihren Kindern. Nur Qualitätsware kommt auf seinen Tisch – und auch in sein Heft. Deswegen ist dieses Magazin auch keine Metzgerorgie – es propagiert den Fleischgenuss, nicht die Fleischvernichtung. Und nicht nur Fleisch ist ein Thema, sondern auch Fisch, Brot, Soufflee, Bier und etwa Eis. Hauptsache es rockt den Gaumen.

Beef ist deswegen ein bisschen Playboy. Es zelebriert Genuss wie das Männermagazin Frauen. Beef ist dekadent (9,80 Euro), chic (Hochglanzfotos) und umstritten:  Rohes Fleisch erzürnt heute Vegetarier genauso heftig wie damals Sittenhüter der nackte Busen. Auch eine Ausklappstrecke ist in der Beef – nur sind dort, selbstverständlich, keine nackten Frauen sondern Rezepte, ein Schlachtplan für eine abendfüllende Genussorgie.

Auch wenn aus allen Beef-Seiten Testosteron tropft – die Redaktion besteht neben Spielhagen nur aus Frauen. “Sie sind das Sicherheitsnetz, wenn es ums Niveau geht”, sagt Spielhagen. Keine Schweinerei kommt ins Heft, ohne von ihnen abgesegnet zu werden. In der aktuellen Ausgabe ist etwa eine Rezeptstrecke mit Titel “Eis am Stiel”, bebildert mit halbnackten Frauen – allerdings nicht billig, sondern ansprechend und schwarz-weiß. Eine Idee der weiblichen Redaktionsmitglieder.

Beef ist ein Gewächs der Grünen Wiese, einem Ideenwettbewerb des Gruner & Jahr Verlags. Es ist 2009. Jan Spielhagen hatte an einer Präsentation gefeilt, die die Jury umblasen soll. Punkmusik läuft aus den Boxen, auf der Leinwand markige Zeilen wie: Kann man Frauen ins Bett kochen? Beef gewinnt den Wettbewerb und es dauert kein Jahr, da werden diese Storys tatsächlich geschrieben, gelayoutet, gedruckt  – und gekauft. Auf 50.000 Exemplare kommt die Beef laut Spielhagen im Jahr.

Und wer kauft das? Die Zielgruppe definiert das Cover. Dort steht: Magazin für Männer mit Geschmack. Marketingleute haben noch mehr herausgefunden: Beef-Leser verdienen einen Haufen Kohle und sind meist gut gebildet. Spielhagen definiert seine Leser so: “Beef-Leser gehen Samstagnachmittags auf den Markt, kaufen eine Gans und kochen sie dann für die ganze Familie für ein genussvolles Abendessen, während andere ins Pauli-Stadion gehen, sich volllaufen lassen und abends auf der Couch versacken.” Da reiben sich Werbekunden Hände wund. 

Das Konzept geht auf. Beef ist nicht nur ein Magazin, sondern eine Marke. Unter dem Label “Scharfe Dose” verkauft Beef etwa Pfeffer, unter dem Label “Scharfe Dreier” eine Gewürzmischung – zu exklusiven Preisen, versteht

sich.

Jan SpielhagenJan Spielhagen wohnt in Hamburg und ist Chefredakteur der Beef sowie der Magazine Volkswagen-Magazin und DB-Mobil. Zuvor arbeitete er unteranderem für die Men’s Health und die B.Z.

Was denkst Du?


to “Jan Spielhagen – Beef!”

  1. Holger 14. September 2011 at 12:54 #

    Hast du noch mehr Inforationen dazu ?

  2. Jürgen 15. September 2011 at 08:02 #

    Hi Holger,
    kommt drauf an, was du wissen willst! Schick mir doch ne Mail!
    Danke!

Leave a Reply

UA-23156645-2